Auf Ewig

Beginn
Krieger wie wir
Der Teufel in mir
Gedankenwelt
Was war bleibt
Verewigen

Meine Gedanken erfüllt von Wahn. Ich blicke in den Spiegel, doch erkennen kann ich mich nicht. Jeden Tag ein neues Gesicht. Mal scheint es mir, meine Jugend holt mich ein. Meine Kindheit steht wieder vor der Tür und begrüßt mich. Jung und lebendig. Kindlich und lebensfroh. Den nächsten Tag erwartet mich ein alter und verlebter Anblick. Müde geworden, von den unzähligen Jahren die vergangen sind. Von Schmerz und Hass zerfressen. Unfähig noch für dieses Leben. Das Bild immer wieder anders. Jedes Mal eine Überraschung, die den Morgen bereits zu einer Anstrengung gestalten kann. Wer ich bin? Das weiß ich schon lange nicht mehr. Auch was ich begehre und welche Wünsche, Ziele ich verfolge, kann ich nicht mehr mit Gewissheit sagen. So oft frage ich mich, was dies hier für einen Sinn macht. Wie viele Fehler ich wieder begangen habe. In welche Form ich von meinen Mitmenschen gepresst werde. Und ich verfluche die Menschen. Ich hasse sie so abgrundtief. Auch mich. Was ich geworden bin. Was man aus mir gemacht hat. Ohne das ich genau weiß, welch Monster aus mir entstanden ist. Zorn erfüllt meinen Geist. Trauer flutet meine Seele. Hass schwärzt meinen Blick. Misstrauen lässt mich unbeirrt einsam. Ich habe Angst. Unendliche Angst. Was bin ich für ein Narr? Wieso suche ich mir Menschen aus…Sie lassen einen alle nur im Stich. Enttäuschen und zerbrechen einen. Die Erinnerung bleibt, sie wird nie vergehen. Und es sind nicht nur die Gedanken an alte Zeit, sondern die Narben die in meinem Herzen geblieben sind. Sie machen mir das Leben schwer. Ich wäre froh, würde ich mal naiv durch die Welt blicken. Doch jedes Wort, jede Tat wird auf die Goldwaage gelegt. Allgemein – ich lasse niemanden an mich heran, und wenn dies mal geschieht. Bereu ich es. NEIN, ich hasse mich dafür. Ich bin nicht mehr lebensfähig. Gegen die Natur. Ich bin ein Einzelgänger. Ich fühle mich bedroht. Von jedem. Ich bin in mir drin, so tief vergraben, dass ich bald selber nicht mehr heran komm. Und jeden Tag, ein neues Gesicht. Mal sehen wer ich Morgen bin…

Ich bin ein Narr. Ich gebe mich dieser Illusion hin.


Meine Seele baumelt in Ketten. Hilflos. Ich winde mich in meinem Schmerz. In meinem Wissen, meinem Argwohn, meiner Angst, meinem Blut. Schwärze umgibt mich in meiner Einsamkeit. Doch keinen Lichtstrahl lass ich hinein. Es scheint mir, er könne mich verbrennen, verletzten. Nur dich, mit deinem sanften Schimmern, dulde ich. So bleibe ich allein, doch habe die Gewissheit mein Weg wird erhellt. Bloß der Gedanke du könntest gehen, zerfrisst mich. Mein Misstrauen ist groß. Meine Liebe noch größer. Ich will dich nicht hassen, will mich nicht zerstören, dafür dass ich vertraue.

Ich sehne mich danach, dass ich all jenen Zorn nicht mehr in mir spüre.

Aus vergangenen Tagen lernt man, sie prägen einen, sie lassen einen nie vergessen. Auch wenn der Verstand sich nicht mehr zu erinnern scheint, so wird die Seele ihre Narben immer zählen können. Die alten Wunden, sie brennen auf. So stark, wie seit langer Zeit nicht mehr. Ich konnte damit leben. Hatte mich an dieses Pochen gewöhnt, doch seit geraumer Zeit beben sie. Sie erwachen wieder zu leben, scheinen zu platzten. Frisches Blut quillt hervor. Du bist fort, und ich bin fort. Auf dem Weg des Erwachsensein. Ich fürchte auch jenen, denn dadurch könnten sich unsere Pfade für immer trennen.

Ich bin ein Misanthrop. Ein Menschenfeind.

Ich hasse ihr Angesicht. Ihre Lügen. Ihr Verderben, welches sie immer mit sich bringen. Ihre Unreinheit. Sie sind ein Schandfleck in einer Welt, die so friedlich und vollkommen wirkt. Sie verunreinigen sich und andere. Benutzen und werfen weg. Achtlos. Egoistisch. Du – die Reinheit. Makellos.

Ich fürchte mich vor ihnen und ihren Taten.

Sie besitzen die Macht mich zu zerbrechen, nur mit einem Wimpernschlag. Jeder der mir zu Nahe kommt, ist mein Gegner. Aus Freunden werden in meinen Augen Feinden. Nur ein falsches Wort, eine falsche Tat. Meine Vergebung ist nicht groß genug. Ich kann ihnen nicht verzeihen, obgleich ich mich an gute Stunden erinnern kann. Doch der Zweifel ich könnte mich erneut irren, lässt mich verharren in meiner Sturheit.

Ich möchte vergessen, nicht mehr ruhelos durch diese Welt wandeln.

Die Vergangenheit soll ausharren in ihrer Welt, nicht in der Meinen. Ich möchte frei sein. Die Freiheit in meinem Geiste spüren. Nicht mehr das ahnungsvolle Dröhnen im Hinterkopf hören müssen. Verheißt es meine Rettung oder ist es ein Fluch der mich fesselt? Mir fehlt die Sicht, die Antwort zu erkennen. Doch wenn mir dieses Urteil nicht gelingt, wer soll so tief in mich hinein blicken, um für mich zu sprechen?!

Ich bin nur das, was man aus mir gemacht hat.

Ich bin ein schlechter Mensch.

 

Ich träume davon. Ich sehe mich. Wie Dinge geschehen. Wie ich sie geschehen lasse. Keiner sieht es. Ich warte darauf, bis es geschieht. Bis jemand sieht. Was geschieht dann? Werden meine Fantasien dann wahr? Werde ich mit meinem Wahn explodieren? Wenn mein ganzer Hass, meine Rache und meine Vergeltung auf euch herabkommt. Werdet ihr euch dann wundern? Sie war doch immer…Oder kommt dann: Wir haben es doch gewusst. Sie war nie normal!

Ich bin ein schlechter Mensch. Ich sehe mich so oft. Diese Gedanken begleiten mich. Immer. Der Hass wächst. Ich spüre es. Tief in mir. Wie er bebt. Jeden Tag wird er stärker. Qualvoller. Es weiter zu unterdrücken. Diese Gedanken – Noch befreien sie mich. Doch wie lange? Wie lange reichen sie mir aus? Wann reichen mir keine Träume mehr?

Ich bin ein schlechter Mensch. Es lechzt mir nach Blut. So tief in mir. Diese Wut. Sie übermannt mich. Ich werde wahnsinnig. Lasst mich in ruh! Oh, ja. Der Blick verdunkelt sich. Diese ganzen Menschen. Ich hasse sie. Mich – Sie – Alle! Ich träume so oft davon. Wünsche mir: Das keine Träume mehr nötig. Ich will es tun. Ich will mich befreien. Von dieser Last. Diesen Gedanken. Diesen Träumen. Diesem Hass. Diesem Leben.

Ich bin ein schlechter Mensch.



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