Auf Ewig

Beginn
Krieger wie wir
Der Teufel in mir
Gedankenwelt
Was war bleibt
Verewigen

„Was empfindest du dabei?“
Eine so einfach gestrickte Frage, doch die Antwort fiel mir schwer. Nicht weil ich nicht wusste was ich empfinde, viel mehr war die Komplexität der Antwort mein Problem. Wie sollte ich meine Worte so bündeln, dass ich nichts vergesse und alles an meinen Emotionen vermitteln würde. „Was empfindest du dabei?“ – Allein die Frage wirkt höhnisch. Im ersten Moment machte sie mich aggressiv. Wer wagt es mich so was zu fragen? Wieso sollte ich so einem fremden bekloppten Kerl meine tiefsten Gefühle offenbaren. Nun ist er nicht da, doch die Frage schwebt immer noch in meinem Kopf. Je länger ich über die Antwort nachdenke, umso schmerzhafter brennt sie in meiner Brust. Die Trauer um die vergangenen Tage, die nie wieder zurückkehren sollen, sitzt fest vergraben in mir. Ich bin ein Mensch der sein Leben in seiner Vergangenheit lebt. Du weißt, wie ich. Die lüsterne Melancholie kann einem aber auch wohl gestimmt sein. Ich liebe die Gedankenwelt, die irgendwo in meiner Kindheit schwebt. So unbeschwert und frei, obwohl einem die Welt nicht fremd war. Die Schattenseiten waren uns wohl bekannt. Aber für uns war es eine Welt voller Fantasie und Spiel. Eine Welt in der wir gemeinsam waren.

Und nun was empfinde ich dabei. Was habe ich dabei empfunden als du dich auf mir verewigt hast, als du so tief in mich eingedrungen bist, dass ich dich in jeder Zelle meines Körpers gespürt habe. Welches Kind haben wir gebärt, welches uns für immer verbinden soll?

Ich habe geweint, beim ersten Mal. Als der erste Schritt getan war. Ich habe keinesfalls wegen dem Schmerz Tränen verloren. Dieser war hinzunehmen und ich habe ihn in mich hineingezogen. Es waren die Gedanken und Empfindungen die durch mich geschossen sind, dass ich trotz Öffentlichkeit, mich nicht beherrschen konnte. Dieses Wissen wir haben uns vereint, endlich auch das es die Welt sieht. Verewigt. Deutlicher als jede Ehe und unvergänglich, hingegen diesem Stück Metall, welches sich um die Finger der Menschen legt. Ich wusste es war richtig und es wird immer richtig sein. Egal was geschehen wird. Es steht für uns, für unsere Seelen die in einander schlagen. So werden wir in Ehren unserer Vergangenheit, die Gegenwart bestreiten und gemeinsam die Zukunft erblicken.

Dieser Gedanke füllt mich mit Ehrfurcht, die mich beinahe demütig macht. Diese beiden Seelen vereint, sie lassen den Schmerz uns teilen, die Freude steigern. Sie lassen uns diesen Kampf verüben, ohne unter zugehen. Sie geben uns Halt und Vergebung. Erinnerung und neue Ereignisse, die wieder in uns verewigt werden. Unvergessen.

Du bist die Hoffnung, die in mir immer wieder erblüht. Du bist das Licht was mich durch die Dunkelheit geleitet. Du bist das Gute, das Unschuldige in meinem Auge. Meine ewig reine Blüte in dem Garten voll Sünde, Egoismus, Hass und Unbeständigkeit. Du bist für mich die Ruhe, die ich mir so oft ersehne. Du bist der Ort an dem ich mich fallen lassen kann, ohne Angst das du mich wagst zu zerstören. Du bist für mich die Sicherheit, die ich im Leben nicht finde. Du bist mein Halt, wenn ich wieder umherirre. Wankelmütig zwischen Leben und Tod, in endloser Leere. Du bist mein unschuldiges Reh, welches ich beschützen will. Du bist der Mensch für den ich Lebe und auch Sterbe, wenn du es mir befiehlst. Du bist ein Teil von mir, denn wenn du stirbst, sterbe auch ich.

 

Und so Blicke ich auf unser Bildnis, stets mit einem Lachen und mit Tränen in den Augen. Beseelt und erfüllt. Nicht mehr allein. Einen Menschen gefunden der versteht und noch viel mehr. Keine Sekunde verschwendet. Keine Schmerzen zu viel. Auch wenn wir uns nicht immer einig, so wissen wir, wir sind für einander da. Egal wo wir auch sind und auch wenn uns nun so viele Kilometer trennen, habe ich die Gewissheit gefunden, du bist bei mir, sowie ich bei dir. Wir sind vereint, für die Ewigkeit. Keiner Erinnerung werde ich müde. Jeder Blick zurück, bleibt unvergesslich. Jeder Schritt in die Zukunft, wird beäugt. Mein kleines Reh, ich lass dich nie wieder gehen und so wächst mein Hass, wenn ich Leid in deinen Augen erblicke. Sowie meine Eifersucht schier unendlich scheint, wenn du soweit fort. Und wegen all jenen Tatsachen, Gedanken und Gefühlen, sind wir nicht gleich, doch wir füllen die Lücken des Anderen. Auf das wir vollkommen sind. Auf Ewig.

Dies alles empfinde ich, bei dieser kleinen unscheinbaren Frage.



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