Auf Ewig

Beginn
Krieger wie wir
Der Teufel in mir
Gedankenwelt
Was war bleibt
Verewigen

Lasst mich euch erzählen, von den 4 Stimmen in meiner Seele. Sie streiten sich, ringen nach einander und schüren ihre Mächte gegeneinander aus…



Die Liebe lässt sich wiegen in den Armen des Hasses. Bedächtig und mächtig ist er. Sie sanft und zerbrechlich. Mit stummen Lippen und aufmerksamen Blick, beobachtet der Hass die Liebe. In ihren Augen erkennbar die Tränen der Vergangenheit. Ihr Blick leer und ausdruckslos. Er sieht ihren Kummer, ihren ganzen Schmerz und spricht: „Ich würde dich so gerne rächen, es soll dir nie wieder so ergehen müssen! Ich werde dich beschützen.“ Seine Stimme bebt, vor Zorn. Er liebt sie, er kann es nicht ertragen wie sie leiden muss. Jede Warnung von ihm bleibt jedoch bei ihr ungehört. Sie verliert nur ein bitteres Seufzen. Es waren keine Worte nötig, um auszusprechen was sie empfand. Sie musste es hinnehmen, dass der Hass wieder Recht behalten musste. Es war doch meistens so. Sie war so unendlich klein, er so prächtig heran gewachsen. Anfangs stellte sie ihn noch in den Schatten, doch nun war sie nur noch ein kleines Flimmern im Gegensatz zu ihm. Die Zeit hatte ihn gut genährt und sie begann sich in ihm zu verlieren. Er gab ihr so viel Schutz, so viel Sicherheit. Geborgenheit, die sonst so leicht zerstört wurde. Er tat dies nie. Er war immer für sie da. Ja, sie erkannte wie sehr auch sie ihn liebte. Immer wieder begab sie sich in seine Arme und suchte Trost bei ihm. Und jedes Mal war deutlich zu erkennen, wie sie schrumpfte und er wieder ein Stück an Größe gewann. Mehr Sicherheit. Mehr Schutz.
Diese Zweisamkeit störte die Hoffnung. Sie erblickte das Bildnis des Hasses und der Liebe. War es Eifersucht? Jenes Funkeln, welches man in ihren Augen entdecken konnte. Die Hoffnung hatte ähnlich Macht verloren wie die Liebe, doch sie war sich gewiss, wäre die Liebe bei ihr, so würde auch sie wieder heran wachsen. Beide würden wachsen und gedeihen und sich alles geben. Der Hass konnte die Liebe nur für sich behalten, wenn sie weiterhin so klein blieb und er überhand hatte. Denn wenn er erblickte, dass die Liebe wieder wuchs, so wurde er zornig auf sie. Das sie es wagte ihn zu demütigen, ihn ungehört zurückließ und er langsam in ihrem Schatten verkümmerte. Wie eine Pflanze die zu wenig Licht erhielt. Es verging nicht viel Zeit, bis die Hoffnung ihr klägliches Wort ergriff, sie war kleinlaut geworden, denn sie wusste von der Wankelmütigkeit der Liebe und den Hass zu fürchten. „Es stimmt nicht,…nicht immer ist dies die Folge. Sprich nicht solche Lügen…“ Sie verschluckte sich beinahe an ihren eigenen Worten. Sie war nicht stark genug, um mehr Überzeugung in ihre Stimme zubringen. Es war mehr ein Flehen und Stottern, welches sie verlor. Der Hass knurrte und bebte. Wie konnte man ihm widersprechen. Die Liebe hingegen, schien in ihrer eigenen Welt zu sein. Sie verlor kein Wort, keine Antwort. Es war ihr nichts mehr wichtig. Die Welt hatte ihr so viele Narben gebracht, so viele Wunden, die immer wieder aufrissen, dass sie es beherrschte sich aus ihrem eigenem Dasein zu verlieren. Sie wurde verschlungen, freiwillig oder gewaltsam. Dies konnte keiner genau beantworten, nur der Hass kannte jene Antwort und er würde sie ewig für sich behalten. Er wusste wie leicht die Liebe zu manipulieren war, umso mehr Argwohn führte er gegen die Hoffnung. Sie beherrschte ebenfalls das Spiel mit der Liebe, nur auf eine reinere Art.
Bevor der Hass jedoch sich zu Wort melden konnte, brach sogleich die Angst in das Gespräch mit hinein. „Hoffnung, du weißt wie ich, dass dies nicht stimmt. Die Menschen sind schlecht. Sieh an was sie aus dir gemacht haben, du bist so klein geworden. Du schwindest wie die Liebe. Auch dich werden sie irgendwann zerstören.“ Die Angst sprach mit einer schmerzhaften Gewissheit und die Hoffnung schluckte hart. Aber auch die Angst genoss den Anblick vom Hass und der Liebe nicht. Es bedeutete nur, dass sie Recht behielt und trotz ihrer sicheren Art, verabscheute es die Angst, wenn sie Recht hatte. Die Angst war weder groß noch klein. Sie war auch nicht mächtig oder stark. Sie war einfach nur da. Ein stetiger Begleiter und sie wusste sich bemerkbar zu machen. Sie sprach mal hier, mal da. Es war stets eine Warnung, die immer wieder aufglühte, aber sie ergriff keine Partei. Sie liebte nur sich und es schien ihr gleich zu sein, was die Anderen taten, so lange sie existieren konnte.
So war es stets gewesen. Hatte die Liebe ein Grund zur Freude, so tuschelte die Angst ihr ins Ohr: „Vergiss nicht jene Worte, die einst gesprochen wurden.“ Und so schnell wie die Liebe erwärmt war vom Glück, so schnell zog sie sich wieder zurück, mit der Erinnerung an alte Worte und Taten, mit vergangenen Wunden die aufplatzten.
Schien der Hass eines Tages schwach zu werden, sprach auch dort die Angst mit ihrer vernichtenden Wirkung. „Sieh dir die Liebe an, wie sie glücklich tänzelt, wie ein blindes Reh, springt sie in ihr Verderben. Sieh dir die Menschen an, so viele Brandmale haben sie bereits auf ihrem edlen Antlitz hinterlassen.“ Diese wenigen Worte brachten dem Hass wieder seine Macht. Er schürte und bebte seinen Zorn, bis die Liebe wieder zu ihm zurückkam. Erschüttert und verwirrt. Zerbrochen und gedemütigt.
Die Angst sprach mit einem Zischen, eine Schlangenzunge hatte sie. Sie war bedacht darauf, das Glück der anderen zu vernichten, denn auch sie hatte kein Glück. Sie hatte niemand, denn zu viel Furcht lag in ihr, als dass sie sich jemand hätte anvertrauen können. Dieses Wunder kannte sie nicht. Es war nur eines was sie kannte und dies war die Unsicherheit, die sie immer wieder erwachen ließ.

Es war so und so wird es immer sein. Dies Wunder, das alle 4 Stimmen nicht gleich gesonnen im Einklang leben können. So gibt es weder Sieger und noch Verlierer. Der innere Kampf, scheint nie gewonnen…

 



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